Hörspieltitel: Klaus Störtebeker kämpft

Label:                          

Produktionsnummer: 2432 148

Regie: Martin Nitz

Musik: Lutz Lansemann

Aufnahmedatum: 1975

Hörspieltext: Bernd Müller und Anne Steeb

 

Sprecher:

1. Ratsherr von Hamburg: Dieter Soltau

Klaus Störtebeker: Reinhard Becker

Gerd Windmaker: Peter Schmittinger

Seemann: Markus Boysen

Kinderbaß: Roman Helferich

Michael Gödeke: Erich Bar

Magister Wigbold: Walter Hausammann

Wismarer Patrizier: Klaus Klein

Tiedemann, Ratsherr von Wisby: Bernd Müller

Wulveken Wulflam: Christoph Hagin

2. Ratsherr von Hamburg: Stephan Wald

ein Krabbenfischer: Werner Haas

eine Frau: Dorothea Fischer

 

Inhaltsangabe:

Klaus (Clawes, Nicolao, Johann) Störtebeker (Storzenbecher).
 

Die Legende vom Seeräuber Klaus Störtebeker hat als Stoff für Sagen, Moritaten, Romane und Dramen oft Verwendung gefunden. Wieviel daran Erfindung sein mag, unbestritten ist, das er tatsächlich gelebt hat. Doch was an exakten Lebensdaten aktenkundig ist, reicht nicht für eine authentische Biographie. Der Zeitpunkt seiner Geburt im 14. Jahrhundert ist unbekannt. Als mögliche Geburtsort werden Verden, Wismar u.a. genannt. Es ist nicht auszuschließen, dass er einen mecklenburgischer oder pommerscher Edelmann war oder der Sohn eines Landarbeiters auf Rügen. Authentisch dagegen sind Zeit und Ort seines Todes. Störtebeker wurde vor 1401 oder 1402 (je nach Quelle) auf dem Grasbrook bei Hamburg enthauptet. Der geschichtliche Hintergrund für Willi Bredels Störtebeker Roman ist das späte Mittelalter:
 

Hanse
 

Der Zusammenschluss mehrerer Hafenstädte der Ostsee zum Bund van der düdeschen Hanse im Jahr 1358 diente der Sicherung von Handelsvorteilen der deutschen Kaufleute. Die Besonderheit dieses Zusammenschlusses lag in einer verbesserten Organisation: Es wurden Bücher geführt, Kredite und Kommissiongeschäfte  abgeschlossen. Eine gemeinsame Handelsflotte wurde mit überlegenen Schiffen (Koggen) ausgerüstet. Hansische Statuten regelten den Handel für alle Städte, die dem Bund angehörten. Fremde Kaufleute, ganze Städte, sogar Ländern wurde z.B. durch den Wahrenboykott zur Anpassung gezwungen. Die Hanse dehnte in der Folgezeit ihren Einfluss auf die Nordsee und auf Binnestädten aus. Zeitweise gehörte ihr über 200 Städte an. Auch im Ausland gab es, wie in Nowgorod, Bergen und London, hansische Kontoren. An der Schonenküste fanden jährliche Heringsmärkte statt.
 

Die Schiffe der Hanse
 

Das bevorzugte Seefahrzeug der hansischen Kaufleute seit dem späten 12 Jahrhundert war die Kogge, ein bauchiger Schiffstyp mit hohen Aufbauten an Bug und Heck. Zunächst Einmaster mit einem Segel in der Rahtakelung, wurden gegen Ende des 14. Jahrhunderts auch Koggen mit zwei und drei Masten( noch später mit einem Lateinsegen am hinteren Mast) gebaut. Zwei Merkmale hebten die Koggen von allen anderen Schiffstypen ihrer Zeit ab: ihre Größe und das in der Mitte des Hecks angebrachte Steuerruder. Einige typische Maße für Koggen des ausgehenden 14. Jahrhunderts: Länge (überall alles): 20 bis 25 m Breite (über Deck): 6 bis 8 Meter Tiefgang: ca drei Meter Masthöhe: 18 bis 24 Meter Segelfläche: ca 82-175 qm : Tragfähigkeit: 120 bis 200 Tonnen: seemännische Besatzung : 15 bis 30 Mann. Sowohl die Kauffahrteischiffe als auch die Karpfahrer hatten meist nur Handwaffen an Bord: Armbruste, Spieße, Äxte und Harnische.
 

Städtewesen
 

Städte mit guter Wirtschaft- und Verkehrslage entwickelten sich im Hochmittelalter zu einem ständigen Markt für Bedarfsgüter aller Art. Mit der Gründung des rheinischen Städtebundes 1254 wurde Versuch gemacht, städtischer Freiheiten gegen Ritter, Fürsten und Könige zu schützen. Andere Städtebunde folgten (schwäbischer Städtebunde gegründet 1376). Aus den Stadtrechten (Markt, Zoll, Polizeirecht) ging eine eigene Gerichtsbarkeit und Verwaltung hervor. In städtischen Ratsausschüssen spielen Adlige und wohlhabende Familie (Patrizier) eine führende Rolle. Die Zünfte, ursprünglich Zwangsverbände zur Kontrolle, Planung und Lenkung der gewerblichen Produktion und zur Ausbildung, Beschäftigung und Sozialfürsorge der Handwerker, gewinnen im 14/ 15. Jahrhundert häufig Anteil am Stadtregiment.
Kirche
Das große Schisma (1378 bis 1417) spaltete Europa in zwei Lager. Grund war die Doppelwahl der Päpste Urban VI und Klemens VII. Das kirchliche Finanzwesen belastete die Christen mit Gebühren für Privilegien, Gnadenbriefe und Provisionen für Ämterverleihung. Reiche Erträge brachte der Ablasshandel. Aberglauben, Hexenwahn und Häresien (Irrlehren)nahmen zu. Die Unzufriedenheit mit der Kirche als Institution führte zur außergerichtlichen Reformbewegungen, die nur die Heiligen Schrift als Grundlage christlicher Lehre gelten ließ.


Judenverfolgung
 

Zur Zeit der Kreuzzüge (1096- 1215) fanden die ersten großen Verfolgungen der Juden statt. Die Hauptangeklagtepunkte waren Hostienfrevel und Ritualmord. In der Folge wurden Schutzgesetze erlassen. Neben Klerikern, Kaufleuten und Frauen standen die Juden unter dem besonderen Schutz der Könige und Landesfürsten. Das Zinsverbote der Kirche zwang sie, sich dem Geldhandel zuzuwenden. Die Verbreitung der Pest (1347 bis 1354) leitete die Vertreibung der Juden aus ganz Westeuropa ein. Allein in Deutschland wurden 350 jüdische Gemeinden durch Pogrome vernichtet..

Rezension:

Für mich die beste Klaus Störtebeker Vertonung die es gibt. Perfekte Musik, super Sprecher runden dieses Hörspiel ab. Daumen hoch und deshalb  von mir.

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